Abschiedsbrief 10.04.2015

Ich rauche die Zigarette und ich will, dass sie ewig lang glüht, wie ich. Ich kann mir nicht vorstellen, was nach mir sein soll – ein Hohlraum, Leerstellen

Das bin ich.

Leerstellen.

Ich kenne diese Abwesenheit. Mir ist jeder Mensch abwesend. Das ist eine Zumutung – eine Zumutung an alle Menschen, sie könnten mehr anwesend sein, als sie es sind – sie sind ja. Das ist meine Zumutung an das Mensch-sein – dass es mir immer irgendwie abwesend ist.

Ja. Ich bin undankbar. Ich bin ein undankbarer Mensch. Ich bin nicht dankbar für das Geworfensein. Ich bin nicht dankbar, ins Leben geworfen worden zu sein. Ich bin nicht dankbar für das Leben.

Ein Mensch, der sich selbst hasst – also ich. Ein Mensch, der sich selbst hasst und mit seinem Selbsthass auch die Liebe aller seiner Mitmenschen aufs Äußerste strapaziert – warum soll der Leben? Es ist doch Quatsch.

Und irgendwann stirbt man. Man stirbt vielleicht glücklich im Schlaf, wenn man ein langes Leben hatte oder sehr plötzlich und unerwartet auf eine recht unfaire Art und Weise. Aber man stirbt. Also ich. Ich sterbe.

Ich sehe keinen Grund darin, zu warten. Ich erwarte nichts mehr.

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Abschiedsbrief 10.04.2015

Abschiedsbrief 09.04.2015

In den Kisten sind:
53 Hefte, nicht sortiert, teilweise Tagebücher
187 Seiten sortiert, Roman mir frieden
240 Seiten sortiert, Roman patian
patina in drei, vier Versionen, mehr oder weniger sortiert mit handschriftlichen Notizen usw.
viele lose Seiten handschriftlich und ausgedruckte Schrifterzeugnisse
drei Festplatten mit allem drauf, was ich bisher geschrieben und oder photographiert habe

Laptop 1&2 jeweils kein Passwort
Handy: Pin: 4567, Passwort 4567

http://www.sparkasse-karlsruhe.de
Loginname: Haras&Regreb
Passwort: r3dv3lv3t%2§3%0§7

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please don’t kill me

Abschiedsbrief 09.04.2015

Abschiedsbrief 07.04. 2015

Ich muss an Ranjo denken. Wir waren 16 und ein bisschen verliebt und nachts hat er mir SMS geschrieben – es ging ihm nie gut. Nachts war er traurig, einsam und so – das Übliche. Er hat mir SMS geschrieben von seiner Trauer, Einsamkeit und ich habe brav geantwortet. Ich wollte, dass es ihm gut geht, ich wollte, dass er nicht alleine ist – es ist das Schlimmste, alleine zu sein. Für mich ist es das Schlimmste, alleine zu sein. Nur – für alle anderen ist es schlimm, wenn es mir schlecht geht. Wenn ich mich hasse, das ist schlimm für alle anderen, weil sie mich lieben – nicht alle aber einige und dann fällt es schwer, da zu sein – es ist dann sehr schlimm. Oder Ranjo, für mich war es schlimm, dass es ihm jede Nacht schlecht ging. Ich habe ihm dennoch geantwortet, egal wie schlimm es für mich war. Schlimmer war für mich die Vorstellung, er wäre allein. Er schrieb: Ich will mich umbringen. Begleitest du mich in den Wald und wartest, bis ich tot bin? Hältst du meine Hand? Er wollte also … dass ich ihm beim Sterben beistehe.

Zuschauen. Er wollte, dass ich zuschaue. Was soll ich dort im Wald tun? Soll mit ihm in den Wald gehen und dann schneidet er sich die Pulsadern auf – oder ich, ich schneide ihm die Pulsadern auf und dann schaue ich dabei zu, wie ihm langsam das Blut aus den Armen fließt? Oder schnell – es fließt sicher ganz schnell, weil das Herz noch pumpt – wie lange pumpt das Herz noch, wenn das Blut aus den Adern fließt?

Ist das also der Tod? Der Abschied? Ich lasse alle anderen dabei zuschauen, wie ich mir die Adern aufschneide? Warum? Ist das mein Tod? Aber Ranjo hat recht … der Tod ist wirklich das Einsamste, was uns passieren kann – also mir und ihm. Im Tod bin ich wirklich alleine. Das Alleinsein vorher – das ist die Übung an den Tod. Aber jetzt – jetzt bin ich wirklich alleine und hier sind nur die Worte und es sollen meine letzten sein?

Meine letzten Worte gehen an Ranjo, der mich nach sechs langen Teenagermonaten für ein anderes Mädchen verlassen hat, obgleich ich ihm jede Nacht geantwortet hatte. Das ist heute natürlich nicht mehr schlimm. Ich muss ja nur an ihn denken, weil er damals nicht alleine sein wollte und ich es jetzt aber verstehe – ich verstehe diese Bitte. Ich will auch nicht alleine sein – also schreibe ich: Ich will nicht alleine sein.

Abschiedsbrief 07.04. 2015

Abschiedsbrief 03.04.2015

Eine Liste: Ich liebe meine Eltern und meinen Bruder. Ich liebe meine Familie. Ich liebe Stefan. Ich liebe Michael. Ich liebe Sebastian. Ich liebe Ben und Peter. Ich liebe Harald und Evalotte. Ich liebe Nora und Thomas. Ich liebe Tyyny. Ich liebe Levke. Ich liebe Daniel. Ich liebe Laura. Ich liebe Valentin. Ich liebe Serena. Ich liebe Giacomo. Ich liebe Hanna. Ich liebe Christin. Ich liebe Aylin. Ich liebe Katja. Ich liebe Annika. Ich liebe Maria. Ich liebe Sarah. Ich liebe Christoph. Ich liebe Fridor. Ich liebe Torge. Ich liebe Eden. Ich liebe Smadar. Ich liebe Franz. Ich liebe Nicholas. Ich liebe David. Ich liebe David. Ich liebe Max. Ich liebe Sami. Ich liebe Seba und Sylvia. Ich liebe Thomas. Ich liebe Markus. Ich liebe Gabriel. Ich liebe Katherina. Ich liebe Simon. Ich liebe Patrick. Ich liebe Jella. Ich liebe Jens. Ich liebe Leon. Ich liebe Sandro. Ich liebe Matthias. Ich liebe Marcel. Ich liebe André. Ich liebe Daniel.

Abschiedsbrief 03.04.2015