Überschriebene Zärtlichkeit

Schau sie dir an, bloß ein Gegenstand, den du in die Hand nehmen kannst, von der einen zur anderen Sekunde verwandelt sie sich, manchmal ist sie ein Stein, manchmal eine Vase, manchmal ein laut schriller Wecker, der an die Wand geschlagen in viele einzelne, metallische Teile zerspringt, zerreißt, auf den Boden verteilt liegt sie da, du stolperst über sie, in deine nackten Füße bohrt sie sich, silbern klirrende Schraube, sie ist das Blut unter deinen Füße, im langsamen Sich-Verteilen, zwischen die Ritzen des alten Holzfußbodens zerfließend, sich in die Struktur des Materials imprägnieren, eiserner Geschmack, der Geruch von Dornen, ein Laut an Dürre – war da etwas, du schaust dich um. Sie ist verschwunden.

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