insideout (Ruhrgebiet 2/10)

Ich frage mich, ob dein Verfall auch mein Verfall ist – oder ob es viele Verfalle gibt, vielleicht so viele Verfalle wie Menschen. Ich glaube nämlich nicht, dass die Umgebung verfällt, also die Gebäude, Dinge, Gebärden, ich glaube nicht, dass der Verfall das Äußere betrifft, den Rand. Vielleicht weint es sich besser allein – ohne Abgrenzung, also ohne Saum, Umriss. Ich frage mich, ob dein Verfall auch mein Verfall ist oder warum, also warum erreicht der eine Verfall das Herz und der andere nicht, woher kennt der eine Verfall den Weg (– in der ganzen stadt verteilt liegen von mir benutzte zahnbürsten rum wie brotkrummen aber kein weg) und der andere nicht. Also vielleicht gibt es so viele Verfalle wie Menschen. Ich glaube nämlich nicht, dass die Umgebung verfällt, also das Äußere, also das Grenzziehende, das Freiheiteinschränkende, das was uns daran erinnert, nicht allein sein zu können, das was uns zu Einsamen macht – das verfällt nicht, das bleibt immer gleich, das ist das einzige Wenn-sie-nicht-gestorben-sind. Das Äußere verfällt nicht.

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