Aber die Sekunde, Marlon

Marlon hat sich ein wenig über die Brüstung gebeugt. Er kontrolliert die Distanz. Wieder reagiere ich zu langsam, oder zu schwach. Ich sei heute sehr kühl, behauptet er. Das stimmt. Ich schweige. Bei mir kannst du dich anlehnen, hatte er damals gesagt – und einnicken, zumindest gedanklich oder erzählen – mir kannst du alles erzählen, eigentlich kannst du tun und lassen was du willst. Ich habe genickt und gelacht und dann wusste ich auch nicht – dann war irgendwie alles gut. Marlon steht jetzt ganz am Rand und wartet auf mich. Er erwartet mich. Er erwartet, dass ich mich erschrecke aber ich stehe ihm zu kühl an der Brüstung. […] Du kannst alles sein was du willst – ganz wie du bist, kannst du sein, nur nicht so kühl. Wenn du mich – also, wenn du mich nicht – also, dann – dann bist du mir eben auch nicht mehr so wichtig. […] Marlon erwartet mich an der Brüstung. Aber die Sekunde Marlon – die Sekunde, in welcher ich oder du weiß, wer ich oder du bist, bin ich oder du es schon nicht mehr.

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