press play

Stoptaste. Ich glaube nicht daran, dass diese lückenfüllenden Augenblicke mit mir wirklich Gänsehaut auslösen könnten – ich meine diesen Moment, wenn sich alle Haare aufstellen wie kleine Zinnsoldaten, die nur darauf warten, dass du sie mit deinen Lippen über den Tisch legst. Daran glaube ich nicht. Ich glaube nicht daran, dass deine Worte Ichs und Michs durchdringen können und während du mir jedes Versprechen abringst, da zu sein – immer und immer da zu sein, kann ich nicht anders, als meine Ichs und Michs zu fragen, wer denn immer und immer da sein wird – für mich. So sind sie die Menschen. Ehrlich bis zu totalen Selbsterniedrigung. Wer meine Gedanken sortiert, bevor ich mich in die Psychiatrie sortiere – ich meine Kreuzgang und so, das hatten wir alles schon – press play. Eine Kameraeinstellung zurück: Da stehe ich und stolpere – stolpere über jeden kleinen Finger – common. Und deine abgekauten Kuppen konnte ich unter den ganzen Versprechungen gar nicht sehen, so sitzend im Rinnsal über das ich stolpern musste – irgendwo sitzt immer noch ein Mensch – so sind die Menschen – und weint die Rinnsale voll und jeder Stolperstein – haha – ist ein Mensch. Press play. Wir haben uns nicht gegrüßt – das mussten wir nicht – die ganzen Weltkranken kennen sich – die ganzen Daseinskranken und Existenzkranken und Geschändeten erkennen sich ohne sich zu Grüßen – press play. In meiner ungelenken Art hätte ich dich fast übersehen – hach und huch und ein bisschen Koketterie – sei nicht so kompliziert. Und ich schätze am männlichen Geschlecht vor allem diese Bitte, nicht so kompliziert zu sein oder einfach nicht Ich zu sein – das kann ich am Besten – nicht Ich sein sondern eine Schablone für selbstvergessene Abtrünnige, die sich gerne einen Moment ins Glück legen wollen, um dann drüber zu fluchen – das bin ich. Nicht Ich sein. Irgendwer sein – irgendetwas sein – sein. Abziehbildchen sein auf irgendeinem Tumblr mit rapedumpwhore im Titel – irgendwie so was sein – und dem Wissen, dass ich das schon verdient hätte – so steht es unter den Bildern: Sie hat es verdient. Ich hatte das verdient. Press play. Ich stolpere. Ich stolpere über jeden kleinen Finger, über jede kleine Bestimmung, jede kleine Form und alle Farben – ich stolpere über alle Farben und deine abgekauten Kuppen konnte ich gar nicht sehen, wie sie über mein Gesicht wischen wollten, als könnte man sich zwischen den vielen verschiedenen Gesichtern wirklich entscheiden – jedes einzelne nach rechts wischen oder nach links, je nach dem, wonach einem gerade ist – sie einfach verwischen oder wegwischen. Man kann bestimmt jeden Menschen in eine beliebige Form gießen – so sind sie die Menschen – in Form Gegossene endloses Getümmel. Press play. In meiner ungelenken Art hatte ich dich übersehen – die Tränen, habe nur die Gänsehaut gesehen und die abgekauten Fingerkuppen und die Idee, deine Scherben zu zählen, irgendeine davon könnte ich mir schon ins Fleisch bohren – was wäre schon dabei – ein Gefühl mehr oder weniger, eine Leere mehr oder weniger ändert nichts an den Menschen. Da sind schon wieder so viele Freiheiten in Gefahr, wenn die Spießer im Berghain tanzen. Press play.

Advertisements
press play

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s