die schöne vorstellung von isolation

Ich hatte aus Versehen die Nase ganz ganz in die Scheibe gedrückt, weil ich nicht vergessen wollte, wie du gehst. Ich konnte dich gar nicht sehen – es war nur so eine Vermutung – wie hätte ich dich auch sehen können, ich habe dich ja nicht einmal wahrgenommen. Ich dachte, wenn du mir nur einiges über dich erzählen würdest, wenn ich das zulassen würde, dann würde das mit der Liebe schon von alleine kommen, irgendwie. Wenn du aufmerksam bist für meine besondere Begabung des Zuhörens – ich kann nämlich wirklich gut den Anschein erwecken, als würde ich zuhören – das kann ich wirklich gut und viel besser, als alle anderen. Ich kann wirklich gut Zuhören und dabei nur an mich denken. Ich habe es wirklich schon viele mal geprobt – also jeden Tag aufs Neue probe ich diesen einen Akt, z.B. wenn ich in der U-Bahn sitze oder auch so – es bieten sich ja doch zahlreiche Möglichkeiten, so zu tun als ob. Manchmal möchte ich, dass alle Menschen auf dieser Welt sich an die Hand nehmen und einmal tief einatmen, mit geschlossenen Augen um dann mit allen verschwunden zu sein. Ich musste neulich Erkundigungen einholen, ob Sie überhaupt noch in dieser Stadt verkehren. Mir wurde dies bejaht. Sie nun zu sehen, entzückt zugegebenermaßen die Seele und den Geist. Usw. Steigerung der Dynamik durch gezielten Farbauftrag dann – im ersten Moment noch statische Wirkung, aufbäumend. Der Reiz, Sie zu verlieren und wiederzufinden ist jedoch vorerst die Grundessenz dessen. Dann bin ich für den heutigen Abend wohl verloren, wie Sie im Kellerloch. Und der Mann sagte: (1) Mein größtes Problem ist die Gleichgültigkeit gegenüber der äußeren Welt. Im O-Ton waren ihre Zeiten abgelaufen. Dann verlieren Sie sich. Verschwinden Sie jedoch nie ganz aus dieser Stadt, ohne es mich wissen zu lassen. Sie sind immer noch bezaubernd. Auf ungewöhnlich vielen Ebenen. Nehmen Sie dieses Kompliment und verwahren es. Zuerst am Thron Gottes rütteln – dann am eigenen. Natürlich will niemand, der behauptet, allein sein zu wollen, wirklich je allein sein. Die kleine Fassade zu sein, so scheint es – haha – ist alles, was ich mir zuschreiben kann im gewagten – haha – Versuch aus dem Moment der zwielichtigen Selbstdarstellung aus-zu-treten … hinein in ein auf Wänden kriechen, sich krümmend vor den dunklen Stunden … davon zu schleichen – kaum mehr ein Ruf nach Aufmerksamkeit (natürlich!) – nur noch lähmende Sekunden Verharren in Gewohnheiten und ein von Vorahnung schweres Entleeren der Lungenflügel fragt sich, wo die Seele zu finden ist, im Rumpf, neben der Leber, vielleicht nur liebevolles Neuronenspiel. Das ist eine Kinderfrage … Vielleicht ein Ich jetzt erheben, die Enge dieser Worte eiligst verlassen. Nicht die Welt ist das Schreckliche usw. – Mag sein, dass ich in wenigen Augenblicken aus diesem Leben erwache und feststellen muss, dass jede Sekunde darin nicht mehr als nur ein irrwitziges Nachbild war (schöne, christliche Vorstellung oder platonisch – schöne, platonische Vorstellung) – ich denke, Hegel hat mich verdorben.

 

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