gefallen

Die meisten Männer denken doch, sie tun mir einen Gefallen, wenn sie sich mit mir abgeben – so sexuell, weil ich da nicht so viel zu bieten habe. Also tu mir den Gefallen, schieb deine Hände in mich – schieb dich ganz rein bis zum Anschlag. Tu mir den Gefallen – im Hausflur bin ich sicher und kann schreien, wenn es mir zu viel wird – tu mir den Gefallen. Wenn sie sich mit mir abgeben und ein paar Worte tauschen, auf die eine oder andere Art. Ich stehe in der Küche und würge Essen hinunter – für Genießer – während ich Houellebecq verschlinge: niemals liefert man sich in einem Gespräch so restlos aus, wie man sich einem leeren Blatt ausliefert. Du könntest jetzt den Schneid haben und mich lieben – wie ich Ich bin. Die meisten Männer denken doch, sie tun mir einen Gefallen, wenn sie so tun, als würde ich ihnen gefallen – weil ich nicht viel zu bieten habe. Und irgendwo klafft diese Wunde – irgendwo unten im Schritt klafft diese Wunde – irgendwo klafft diese Wunde und so lange du mich nur nicht los lässt, unten im Hausflur, so lange ich schreien kann, ist alles okay – es ist alles okay. Dein ganzes Sein kannst du gegen diese Wunde drücken – es ist alles okay, so lange du nur fest zudrückst. Verstehe mich, ich will dich – ganz verlieren. Oder nie – besitzen. Du willst ja, dass deine Lippen tanzen – auf meinen – du willst ja, dass deine Worte in mir tanzen und du. Du willst ja, dass ich mehr bin, als ich bin – so gehalten gegen den Wind, gegen die Großstadt – so festgehalten und zugedrückt. Und ich habe nur dieses eine Lächeln – diese eine milde Lächeln, wenn du mich wieder in Rage redest – wenn du mich zerredest und nichts von dem glauben kannst, nichts von mir glauben kannst, mich nicht glauben kannst. Wenn du mir dein Dasein ganz aufzwingen willst – ich will es. Ich mag deine Imperative – da kann man so schön Nein denken und Ja sagen. Ganz aufzwingen und ich bin dann dieser Mensch, der nickt, milde lächelt – ich kann gut nicken. Ich bin dann dieser Schatten, auf den alles fallen soll und verlangst Hall. Ich bin nichts. Ich – ich rede nur von mir selbst – ja. Ich kann nur von mir reden – ich habe nichts, nur mich. Du darfst auch über dich sprechen – das nennt man Kommunikation. Und wenn es dir schlecht geht, küsse ich deine Stirn. Und wenn du dich langweilst und alles – ach – so schlimm ist – küsse ich deine Stirn. Aber du hast nie geantwortet – mit einem Gedicht. Tu mir den Gefallen.

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