fall out of love again

Man kann doch Heute – also heutzutage und zu dieser Zeit keine Gedichte mehr schreiben – das ist doch peinlich. Das ist peinlich, weil es viel wichtigere Dinge gibt – Politik z.B. und dass Menschen Menschen töten und dass Philosophie und Literatur auch nichts daran ändern können – schon seit ein paar tausend Jahren nicht. Und wenn ich jetzt einen Text schreibe, dann habe ich kein Gefühl für die Dinge, die gerade passieren – dann bin ich kalt und berechnend und egoistisch – wenn ich jetzt einfach weiter lebe, bin ich kein guter Mensch. Warum redest du mit mir//nicht in der Taktung//meines Daseins//Kannst du es nicht? Liebe wird uns auseinanderreißen. Wieder. „Ich glaube an die Liebe – das tue ich wirklich. Ich glaube an die Freiheit in der Liebe.“ Ich glaube daran, dass wir unsere Freiheiten zusammenschütten können wie spielende Kinder im Sand. „Aber die Freiheit scheitert immer an der Freiheit des Anderen.“ Das ist dieser alter Kummerkasten, den du beharrlich durch das Öhr deines Seins presst – ich will dir gut zu reden. Man kann dir gut zu reden, wenn du dich wieder nicht aushältst – man kann dir gut zu reden und sagen: Sei ganz du selbst. Und die sagen immer – also irgendwer sagt immer: Sei ganz du selbst. Ich vermute mich zu//selten – im Anderen,//um mich ich//zu lassen, sein//zu lassen. UND WENN ICH NUN MAL TRAURIG BIN. Einfach mal die Runde laufen, statt sich in die Ringbahn zu setzten und zu warten, bist die Stimmen im Kopf ruhig sind. Oder ich setze mich zu euch – in eure Mitte und ihr wollt über Dinge sprechen – über die kleinen Dinge, die das Leben schön machen. Und wenn ich dann sage, ich will zu sehr die Dinge, die mich nicht wollen – dann lächelt ihr mir milde zu – für jeden schiefen Ton ein mildes Lächeln. Danke. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich bin nicht da. Ich. bin. nicht. da. Ich. Ich stelle mich//in deinen Dreck//wenn es sein muss//das bin ich// mir wert. Ich würde gerne Worte finden, für dieses Gefühl, nie ganz da sein zu können. Ich bin doch Schriftsteller – es ist doch mein Job, Worte zu finden, für die kleinen Dinge des Lebens. Brillenküsse – das mag ich – wenn die Brillen beim Küssen so aneinander schlagen – leicht. Ich mag Menschen. Ich mag die Menschen, die meine Geschichte schreiben. Aber ich kenne nur diese eine Version, in der ich selbst nie genug bin. Nie genug da bin. Nie genug bin. In der ich nicht ausreiche – mein Ich, mein Körper. Und die Lücke zwischen dir und mir – ist lang. Und wann kommt der Mensch, der mir meine Geschichte einschreibt – immer und immer wieder. Die Hölle, das sind die Anderen oder so ähnlich – weil die Freiheit immer nur bis zum Anderen reicht und dann ist es vorbei mit der Freiheit. Hallo. Wann verstehen wir das denn. Mein Kopf ist voll von diesem Kram. Ich schreibe keine Gedichte mehr.

Advertisements
fall out of love again

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s