nicht noch eine prosaminiatur

Seele spaltbreit in Prosaminiaturen – mehr kann ich nicht. Zersprengtes Ich und so, zerrissenes, aufgeriebenes Dasein – wir verlieren uns zu sehr in pathetischen Floskeln – Wiedergekautes. Es gibt nur die eine Geschichte: Junge trifft Mädchen und dann geht alles zu Grunde. Also Mensch trifft Mensch. Und wenn man sich den Menschen genau anschaut, ist er fremd. Und wir sprechen nur, um Gemeinsamkeiten zu finden – kleine rote Fäden zwischen einander. Oder um zu vögeln – das klingt in dir so schön. Zu schön um wahr zu sein. Gemeinsamkeiten – das sind doch diese kleinen Lügen, die wir uns so erzählen, um uns nachts nicht alleine anzuschweigen. Gemeinsamkeiten sind diese immer und immer wieder wiederholten Worte. Und jedes Wort wirft mich weiter weg. Ich weiß nicht, wie weit man sich wegwerfen muss, um sich einander streicheln zu können – ich kenne diese Entfernung nicht – es müssen andere Dimensionen sein. Streicheln, schlafen, nebeneinander liegen. Das sind doch diese Gemeinsamkeiten – nicht? Aber du hörst mir schon nicht mehr zu. Ich rede mit dem Nichts dieser Welt, wenn du schweigst. Und du schweigst so schön. Wenn dir dann doch ein Wort von den Lippen fällt, erschreckt es mich nur. Sei jetzt ruhig – sag nichts mehr. Ich will mir die Worte aufheben – vom Bodensatz deines Gesagtem. Junge trifft Mädchen und alles geht zu Grunde – du kannst dich an mir vertun so viel du willst aber sage nicht, es sei meine Schuld. Verschone mich von dieser Schuld, da zu sein. Verschone mich von sinnlosen Worthülsen, die dir nur aus Langeweile von den Lippen fallen. Ich bin ein bisschen verloren in den Worten, die dir von den Lippen fallen. Verschone mich mit deinem Ich. Mit den vielen kleinen Gemeinsamkeiten. Mit deinem Ich – will ich mich aufreiben – immer wieder. Mit den vielen kleinen Gemeinsamkeiten – aufreiben – sprengen diese obere Schicht, und die nächste und Alles, was mich von Allem trennt und so fremd macht, gegen dich und die Welt. Irgendwo am Ende dieser Wunde muss es doch etwas Gemeinsames geben – es aufreiben, bis es endlich nicht mehr vorbei geht. Du.

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