écriture automatique (4)

Ich schreibe zu wenig, weil ich einsam bin. Aber es sind seltsame Gründe zu schreiben. Und ich könnte einen ganzen Sommer lang nur schreiben – behaupte ich mal eben so. Aber ich schreibe nur, was mich bewegt – oder andere – andere tun das auch oder für die Fans. Ich weiß es nicht. Gerade bewegt mich nichts. Den ganzen Sommer lang hat mich nichts bewegt. Und den Sommer davor und den davor auch. Ich bin nicht bewegt. Ich bewege mich nicht. Dann werde ich langsam fett – so in Richtung Winter und die Waage schreit: Du bist fett. Und die Haare – ach. Ich will darüber nicht sprechen. Ich spreche über nichts mehr und tippe nur so blöd vor mich hin. Ich komme mir dumm vor. Immer wieder. Ich will doch nur endlich, ein einziges Mal einen leeren Kopf. Aber das gibt es nicht – da ist immer irgend ein Selbsthass in einer Ecke noch, liegen geblieben, geblieben von damals – da ist immer noch irgend ein: das reicht nicht oder ist nicht oder wird nicht. Irgendein Nein ist da immer. Immer irgendein Mensch, der mich ignoriert oder einfach scheiße findet und ich finde auch irgendeinen scheiße oder bemerke ihn nicht oder vergesse zu antworten und irgendwer antwortet mir auch nicht. Und ich habe zu häufig irgend- geschrieben und dann heißt es wieder, ich sei ganz beliebig dabei ist nur irgendein Abend und ich habe ein Zeitfenster und in Zeitfenster drängt sich mein Kopf und sagt mir, dass ich scheiße bin oder antwortet mir nicht. Und ich will doch nur genau das – ein mal nur einen kleinen Moment Ruhe in meinem Kopf – nur ein mal einen Gedanken zu Ende denken dürfen – Kopf – darf ich das? Darf ich einmal raus aus dieser Ambivalenz zwischen total beschissen und wunderschön? Darf ich einmal weg von diesem Ekel, den jeder Mensch in mir hinterlässt? Oder ich? Den ich hinterlasse? Den jeder Mensch einfach so hinter sich her zieht – wohlig warm, in den man sich so rein schmiegen kann, so richtig tief rein schmiegen um für einen Moment zu vergessen, dass man existiert – so ein Moment Ruhe im Kopf – das wäre schön.

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écriture automatique (4)

Ein Gedanke zu “écriture automatique (4)

  1. Aber siehst du denn nicht, wie mutig du bist?!

    (Pessoa hat ein Buch der Unruhe geschrieben. Eine sehr männliche Form, Ruhe zu suchen – sich in sich selbst einspinnen und alles Äußere und Innere distanziert zu betrachten. „So funktioniere ich also, interessant.“
    Die Unruhe der Gedanken ist brauchbar, man kann sie genießen, die Unruhe der Gefühle ist meist eher eine Last. Du scheinst beide Unruhen zu haben und vielleicht noch andere dazu. It’s a restless hungry feeling that don’t mean no one no good ….)

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