man (post-heideggerisch)

Ich merkt es manchmal gar nicht – dann ist der Augenblick vergangen. Ich ist vielleicht sitzen geblieben, hat noch den letzten Klang vernommen. Vielleicht ist Ich stehen geblieben, hat gegen die Spiegelung seiner selbst hinter die Scheibe geblickt – ein paar Worte in die Kladde geschrieben – dann ist Ich weiter gelaufen. Ich merkt es manchmal gar nicht – wie viel Ich ist. Ich ist selten für sich – wie Ich in kleinen Spiegelungen vergeht – zergeht. Was sind Wochen gegen Worte? Was jetzt fehlt, ist eine Antwort auf die kleinen Druckstellen, die Ich hinterlässt, wenn Ich ruhig bleibt. Nichts sagen. Ich legt sich auf sich – also auf Ich – Selbstbewusstsein auf Selbstbewusstsein – manchmal rutscht Ich in eine andere Sprache – verspricht sich. Gegen die Welt – gegen die Druckstellen. Ich wünscht sich, nichts zu sagen – schweigen zu können, um sich nicht zu verschenken. Aber Ich verschenkt sich – jeder Moment verschenken ist ein Moment Ich. Präsenz. Dann steht Ich zwischen weißen Wänden – weiße Wände und ein Gefühl von Bahnhofshalle – toten Stille sagt Ich. Spürt Ich es? Spürt Ich die kleinen Welten, wie sie so gebannt auf glattes Papier von den Wänden starren? „Auch Künstler müssen Miete bezahlen.“ sagt Ich und lacht. Warum eigentlich? Zwischen den Füßen zieht es sich langsam zusammen. Ich öffnet eine Seite – ab dem Moment, wenn Ich für einen Menschen ein Dokument öffnet, bedeutet er etwas. Dann sieht Ich sich – als Spiegelung in Glas, in glasigen Blicken, zurückgeworfen auf sich – ist Bedeutung? Also ist Bedeutung?

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